Wenn uns Der Teufel trägt Prada 2006 eines gelehrt hat, dann dass ein gut gewähltes Accessoire alles verändern kann. Zwanzig Jahre später bestätigt die Fortsetzung diese Regel – und die Sonnenbrillen sind der absolute Beweis dafür. In diesem am 29. April 2026 erschienenen Film sind die Fassungen keine bloßen Objekte: Sie sind eine Rüstung, ein Machtsignal, eine Stilaussage. Hier ist die vollständige Analyse.

Andy ist nicht mehr die junge Frau, die in flachen Mokassins durch die Flure von Runway stolpert. Sie ist zurück – und ihre Brillen beweisen es sofort. In den ersten New Yorker Szenen trägt sie runde Fassungen mit feinen goldenen Bügeln, fast intellektuell, stimmig mit ihrer Identität als ernsthafte Journalistin. Dann, während die Handlung sie in die Welt der Mode und der Galas zieht, entwickeln sich ihre Brillen weiter. Man sieht sie zu glänzenden schwarzen Cat-Eye-Fassungen wechseln, dann zu halbumrandeten Fassungen mit amberfarben verlaufenden Gläsern für die Fashion-Week-Szenen in Mailand. Diese stilistische Entwicklung macht ihre Brillen aus modischer Sicht besonders interessant: Sie fungieren als Indikator für ihren inneren Zustand. Wenn Andy zweifelt, trägt sie dezente Fassungen. Wenn sie ihr Selbstvertrauen zurückgewinnt, werden ihre Gläser dunkler und ihre Formen ausdrucksstärker. Das markanteste Stück bleibt jedoch die Fassung KHARTOUM der Marke LGR, getragen in einer Außenszene in New York – zugleich modern, elegant und perfekt in den Brillentrends des Sommers 2026 verankert.
Der Stil, den man sich merken sollte: glänzendes Cat-Eye oder bronzefarbener Spiegelschild. Die Fassung der Frau, die weiß, wohin sie geht.

Emily hat sich mehr verändert als irgendjemand sonst. Sie ist nicht mehr die hysterische Assistentin, die in den Fluren von Runway ihre Kalorien zählte – sie leitet, sie entscheidet, sie streicht Budgets. Und ihre Brillen spiegeln diese Transformation mit erfreulicher stilistischer Brutalität wider. Ihre Fassungen sind futuristisch, umhüllend, kaum gezähmt. Man denkt an Wraparound-Formen mit grün-grau getönten Gläsern oder an ultra-minimalistische Fassungen ohne sichtbaren Rahmen mit sehr flachen Rauchgläsern. Entscheidungen, die sich in eine fast militärische Ästhetik des Luxus einreihen – kalt, strukturiert, ohne Zugeständnisse an die Verspieltheit. Wo Miranda ihre Brillen nutzt, um Distanz zu schaffen, nutzt Emily sie, um voranzuschreiten. Ihre Fassungen schauen nicht von oben herab: Sie fixieren den Horizont. Dieses kleine Detail sagt alles über den Charakterbogen der Figur in diesem zweiten Film. Das markanteste Stück bleibt jedoch die Fassung DIORPACIFIC B4I von DIOR, getragen in einer Außenszene in New York. Der Stil, den man sich merken sollte: futuristisches Wraparound oder hexagonale Geometrie. Die Fassung der Frau, die nichts mehr zu beweisen hat – und das weiß.

Bei Miranda Priestly ist nichts zufällig. Keine Geste, keine Farbe, kein Material. Ihre Sonnenbrillen in diesem zweiten Film folgen derselben unerbittlichen Logik wie der Rest ihrer Garderobe: Sie dominieren, noch bevor sie spricht. Man sieht sie in Oversized-Fassungen mit breiten, steifen Bügeln, in neutralen Tönen – tiefes Schwarz, rauchiges Schildpatt, gebrochenes Elfenbein. Leicht eckige rechteckige Formen, die den Blick verlängern und jene kalte Distanz erzeugen, die so charakteristisch für die Figur ist. Keine Verspieltheit, keine leuchtenden Farben. Miranda spielt nicht mit Trends: Sie bestätigt oder ignoriert sie, und beides hat die gleiche Wirkung auf den Markt. Was bei ihren Entscheidungen diesmal auffällt, ist eine leichte Entwicklung hin zu schlankeren Fassungen am oberen Rahmen, fast architektonisch. Ein Detail, das subtil die neue Verletzlichkeit der Figur widerspiegelt – nach außen hin immer noch in Kontrolle, aber mit etwas weniger Panzer als zuvor. Das markanteste Stück bleibt jedoch die Fassung TF4238U von TIFFANY&CO, getragen in einer Außenszene in New York. Der Stil, den man sich merken sollte: rechteckiges Oversized, dicke Bügel, sehr dunkle Gläser. Die Machtfassung, Version 2026.
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